Das Bahnenlesen

Als Hauptunterscheidungsmerkmal der verschiedenen Ölbilder würde ich das "Ratio" nennen - sinnvolle Übersetzung wäre Ölmengenverhältnis : Bahnenrand. Man unterscheidet

Sportölungen - Ratio max. 3 : 1
Challengeölungen - Ratio 3-6 : 1
Hausshot - Ratio 6+ : 1

Je höher das Ratio ist, umso leichter sind die Bahnen zu bespielen, die Ölung verzeiht mehr Fehler, man "hat mehr Platz".

Natürlich ist auch noch interessant, wie der Conditioner verteilt ist, wenn von der Mitte der Bahn bis zur 6. Latte gleichmäßig viel Öl auf der Bahn liegt und dann innerhalb von 2 Latten die Ölmenge auf ein Zehntel abfällt wäre es theoretisch eine Hausölung, wird aber eher schwierig zu bespielen sein ...

Weiters wird unterschieden zwischen

Short-Ölmuster - max. ~ 35 Fuss (als Beispiel Boardwalk )
Medium-Ölmuster - zwischen 35 und 44 Fuss (als Beispiel Highway to Hell )
Long-Ölmuster - min. ~ 44 Fuss (als Beispiel Route 66 )

Grundsätzlich ist auf Short-Ölmustern im äußeren Bereich der Bahn zu spielen, idealerweise außerhalb des 1. Pfeiles. Long-Ölmuster wiederum sollten über die Mitte, zumindest über den 3. oder 4. Pfeil bespielt werden. Bei der vorliegenden Medium-Ölung wäre eine Linie über den 2. Pfeil Richtung Kante empfehlenswert, da an den äußeren Enden die sog. "Buff-Area" sehr stark ausgeprägt ist und bei einer geraden Linie über den 1. Pfeil der Ball viel zu früh anrollt.

Beachtenswert sind also folgende Eckdaten: Ratio, Oil Pattern Distance (auf welche Länge geölt ist) und vor allem Volume Oil Total (gesamt verwendete Ölmenge pro Bahn). Unterschiede ergeben sich durch den/das verwendete/n Reiniger/Öl (unzählige Kombinationen möglich) und natürlich durch die Kunststoffplatten (auch hier gibt es einige Hersteller, deren Produkte auf jeden Reiniger und jedes Öl unterschiedlich reagieren).

Dann wären da noch die klimatischen Verhältnisse in der Halle (Klimaanlage, Anordnung der Luftauslässe, Stärke des Luftzuges durch die Klimaanlage, Wärmeentwicklung durch die anwesenden Spieler und Zuschauer bzw. Lichtquellen…….), die verwendete Ölmaschine, wie viel Zeit seit der letzten Bahnenpflege vergangen ist (mind. 30 min., damit das Öl eine „Verbindung“ mit dem Untergrund bekommt), die Häufigkeit der Bahnenpflege (mehrmals am Tag > Bahnen werden „bissiger“), und natürlich der Zustand der Ölmaschine – dazu gehört auch die regelmäßige Reinigung der Ölmaschine, in ordentlichen Hallen geschieht dies zumindest einmal die Woche. Daraus ergibt sich, dass das ausgedruckte Ölmuster (Oil-Pattern) nur Anhaltspunkte liefern kann, die endgültige Entscheidung über Ball und Spielweise fällt einzig und allein auf der Bahn.

Hier noch einige Begriffserklärungen:

Forward Oil – Öl, das während der Vorwärtsbewegung der Maschine auf die Bahn aufgebracht wird
Reverse Oil – Öl, das während der Rückwärtsbewegung der Maschine auf die Bahn aufgebracht wird
Combined Oil – hier überdecken sich die beiden vorgenannten Ölflächen
Buff Area – hier wird nur mehr das Öl, welches sich auf der Walze befindet, aufgetragen, quasi die Auslaufzone
Forward Oil Total – gesamte Ölmenge vorwärts geölt
Reverse Oil Total – gesamte Ölmenge rückwärts geölt

Sollte kein Oil-Pattern zur Verfügung stehen, ist es ratsam die Bahnenpflege zu beobachten. Fährt die Maschine mit normaler Geschwindigkeit („Spaziergeschwindigkeit“) vor und zurück, ist eher mit einer Hausölung zu rechnen – geringere Ölmengen lassen höhere Geschwindigkeiten zu. Wenn aber die Maschine „im Rückwärtsgang“ ab der Hälfte der Bahn bis zur Foulline sehr langsam die Bahn bearbeitet, ist mit größeren Ölmengen und daher mit einer Challenge- oder Sportölung zu rechnen.