Das Zählsystem

Dass man heutzutage nur auf den Monitor blicken muss, um den Verlauf des Spieles oder das daraus resultierende Resultat abzulesen, lässt uns fast vergessen, wie aufwändig die Aufzeichnung früher war.

Vor Einführung der Bahnencomputer wurde per Hand gezählt.
Zunächst mittels Spielformularen aus Papier, auf denen die Ergebnisse eingetragen wurden.
Später, in den 1960er Jahren gab es schon Overhead-Projektoren, die das Ergebnis auf eine Tafel projezierten. Auch hier wurde der Spielverlauf per Hand eingetragen, und zwar mittels eines abwischbaren Stiftes auf einer transparenten Folie.
In den 1970er Jahren gab es eine große Neuerung am Bowlingmarkt, als die ersten automatischen Zählsysteme eingeführt wurden. Eine optische Leseeinheit (Kamera, Lichtschranke, Infrarotsensoren) liest den Stand der verbleibenden Pins aus und überträgt das Ergebnis zu einem Computersystem, welches den Punktestand automatisch ausrechnet. An den Grundlagen dieses Systems hat sich bis heute nichts geändert.

Das Zählsystem als solches ist in all den Jahren gleich geblieben. Sehen wir uns doch einfach mal den Spielverlauf von Martin, Ashely, Jaime und Blake an, um die Zählweise zu erläutern.

Grundsätzlich gilt, dass ein Spiel aus 10 sogenannten Frames besteht. In jedem Frame hat der Spieler die Möglichkeit, mit maximal 2 Würfen zu versuchen, alle 10 Pins umzuwerfen.
Gelingt es einem Spieler schon beim ersten Wurf in einem Frame alle 10 Pins umzuwerfen, dann erzielte er ein "Strike", das mit einem X vermerkt wird. Da er bereits alle Pins umgeworfen hat, darf er in diesem Frame keinen Ball mehr spielen.
Wirft ein Spieler beim ersten Wurf nur einen Teil der Pins um und räumt mit dem zweiten Wurf die restlichen Pins ab, dann nennt man dies ein Spare, das - wie im Frame 7 bei Martin - mit einem / notiert wird.
Wird kein Pin getroffen, egal ob beim ersten oder zweiten Wurf, wird dies mit einem Querstrich vermerkt.

Soweit zur Art und Weise, wie die gefallenen Pins notiert werden. Nun zur Zählweise.
Sollte es einem Spieler mit beiden Würfen nicht gelingen, alle 10 Pins abzuräumen, so werden nur jene Pins gezählt, die gefallen sind - siehe Frame 1 bei Martin (6 Pins beim ersten Wurf + 1 Pin beim zweiten Wurf = 7).
Bei einem Spare werden die 10 Pins aus diesem Frame und die Anzahl der Pins, die im ersten Wurf des nächsten Frames fallen, als Bonus dazugezählt - siehe Frame 1 bei Jaime (10 Pins durch ein Spare im ersten Frame + 8 Pins aus dem ersten Wurf im zweiten Frame = 18 Pin).
Bei einem Strike werden die 10 Pins aus diesem Frame und die Anzahl der Pins, die in den nächsten zwei Würfen fallen, als Bonus dazugezählt - siehe Frame 1 bei Ashley (10 Pins durch das Strike im ersten Frame + 10 Pins durch den nächsten Wurf (Strike) + 7 Pins durch den zweiten Wurf = 27) bzw. siehe Frame 1 bei Blake (10 Pins durch das Strike im ersten Frame + 10 Pins durch den nächsten Wurf (Strike) + 10 Pins durch den zweiten Wurf (Strike) = 30.
Eine kleine Ausnahme bildet das 10. Frame. Wirft ein Spieler durch ein Spare alle Pins um, so darf er einen zusätzlichen Wurf machen, der zu diesem Spare dazugezählt wird. Erzielt der Spieler ein Strike, so darf er einen zweiten und dritten Wurf durchführen. Die Anzahl der Pins wird zum Strike dazugezählt.

Weitere Regeln bitte in der Sportordnung des ÖSKB nachzulesen!